Das Interior-Barometer™ ist ein Dialog- und Analyseinstrument, das die Beziehung zwischen den angeborenen Präferenzen von Menschen und den Umgebungen sichtbar macht, in denen sie sich aufhalten.

Das Interior-Barometer™ wurde entwickelt, um eine differenziertere Grundlage für menschenzentrierte Innenraumgestaltung zu schaffen. Ziel ist es, folgende Beziehung zu verstehen:

Person → Präferenzen → Umfeld → Erfahrung

Auf dieser Grundlage können Umgebungen geschaffen werden, welche die Menschen, die darin leben sollen, besser unterstützen.

Was leistet das Werkzeug?

Es ist ein Instrument zur Untersuchung der Übereinstimmung zwischen Person und Umfeld.

Es hilft dabei, Fragen zu beantworten wie:

  • Warum fühle ich mich an manchen Orten wohler als an anderen?
  • Warum fühle ich mich in bestimmten Umgebungen zu Hause?
  • Warum stören mich bestimmte Farben, Formen oder Materialien?
  • Warum funktioniert ein Raum für eine Person, aber nicht für eine andere?
  • Wie kann eine Umgebung so gestaltet werden, dass sie den einzelnen Menschen unterstützt?

Für wen ist das Werkzeug geeignet?

Das Interior-Barometer™ ist ein Analyseinstrument, das beispielsweise eingesetzt werden kann von:

  • Architektinnen und Architekten, um die Nutzerinnen und Nutzer vor Beginn der Gestaltung besser zu verstehen: Warum reagieren unterschiedliche Menschen verschieden auf denselben Raum?
  • Interior Designern, um eine Sprache für die Präferenzen ihrer Klientinnen und Klienten zu entwickeln: Wie erkennen wir individuelle Präferenzen anstelle von Designtrends?
  • Feng-Shui-Praktizierenden, um die Beziehung zwischen Person und Umfeld zu visualisieren: Wie lässt sich die Elementelehre in konkrete Designentscheidungen übersetzen?
  • Coaches, die mit Identität und deren Beziehung zum Umfeld arbeiten.
  • Familien, die verstehen möchten, warum einzelne Familienmitglieder unterschiedliche Wünsche haben.
  • Unternehmen, die untersuchen möchten, warum sich Mitarbeitende in denselben Räumen unterschiedlich wohlfühlen.

Auch in Neurodesign und Umweltpsychologie kann das Interior-Barometer™ zur Untersuchung folgender Fragen beitragen:

  • Wie wirken Farben, Formen und Materialien mit menschlichen Präferenzen zusammen?
  • Wie entsteht das Erleben von Wohlbefinden, Identität, Zugehörigkeit, Überstimulation und Ruhe?

Das Interior-Barometer™ ist außerdem relevant für:

  • Lehre und Bildung, um die Beziehung zwischen Menschen, Präferenzen und ihrer Umgebung verständlich zu machen.
  • Beratung, um Entscheidungen über Einrichtung, Umbau oder Neugestaltung zu qualifizieren.

Das Werkzeug verschiebt den Fokus vom Raum selbst auf die Beziehung zwischen Mensch und Raum.

Üblicherweise wird gefragt:

Welcher Raum ist der beste?

Das Interior-Barometer™ betont dagegen:

Am besten für wen?

Das Interior-Barometer™ schafft eine gemeinsame Sprache

Klientinnen und Klienten sagen häufig:

„Ich weiß nicht warum, aber ich mag dies hier einfach lieber.“

Das Interior-Barometer™ gibt ihnen eine Sprache dafür. Die zugrunde liegende Analyse bildet eine Brücke zwischen:

  • Persönlichkeit
  • Präferenz
  • Innenraumgestaltung
  • Architektur
  • Erfahrung

Wie misst das Interior-Barometer™?

Das Interior-Barometer™ wurde als Analyse- und Evaluationsinstrument entwickelt, um den Zusammenhang zwischen biologischen Präferenzen, materieller Umwelt und der wahrgenommenen Unterstützung durch das Umfeld zu untersuchen.

Das Werkzeug arbeitet mit zwei unterschiedlichen Messungen.

1. EMS: Environmental Match Score

EMS beschreibt die Beziehung:

Person ↔ Materielles Umfeld

Dabei wird analysiert, wie die Eigenschaften des Umfeldes mit den Präferenzen der Person übereinstimmen.

Es wird mit fünf grundlegenden charakteristischen Resonanztypen gearbeitet:

  • Wasser
  • Holz
  • Feuer
  • Erde
  • Metall

Jedes Element repräsentiert bestimmte Qualitäten innerhalb folgender Bereiche:

  • Farben
  • Formen
  • Materialien
  • Atmosphäre
  • räumliche Erfahrungen

Das Barometer wird verwendet, um die dominierenden Eigenschaften eines Umfeldes zu erfassen und mit den identifizierten Präferenzen der Nutzerin oder des Nutzers zu vergleichen.

Das Personenprofil beschreibt jene Präferenzen, mit denen sich die Person spontan identifiziert.

Das Umweltprofil beschreibt jene Eigenschaften, die das Umfeld durch Farben, Formen, Materialien, Licht, Möblierung, Raumfunktion und Orientierung prägen.

Element-Person Match Score

Das Diagramm veranschaulicht das Personenprofil und das Umweltprofil.

Durch den Vergleich beider Profile wird ein Gesamtwert berechnet:

EMS-Wert von 0 bis 100 Prozent

Beispiel:

  • 85 Prozent = starke Übereinstimmung
  • 60 Prozent = mäßige Übereinstimmung
  • 35 Prozent = geringe Übereinstimmung

Der EMS-Wert beschreibt ausschließlich, in welchem Maß das materielle Umfeld die Präferenzen der Person unterstützt.

Er beschreibt nicht, wie sich die Person tatsächlich fühlt.

2. EWS: Environmental Wellbeing Score

EWS beschreibt die Beziehung:

Person ↔ Erfahrung

Während EMS die Eigenschaften des Umfeldes untersucht, erfasst EWS die tatsächliche Erfahrung der Nutzerin oder des Nutzers im jeweiligen Umfeld.

Persönlicher Erfahrungswert

 Der Wert für das erlebte Umfeld kann unter anderem anhand folgender Aspekte beurteilt werden:

  • Ruhe
  • Konzentration
  • Energie
  • Kreativität
  • Zugehörigkeit

Diese Bewertungen werden in einem Gesamtwert zusammengeführt:

EWS-Wert von 0 bis 100 Prozent

EWS drückt damit aus, wie viel Unterstützung eine Person durch das Umfeld erlebt.

Warum werden sowohl EMS als auch EWS verwendet?

Viele Analysemethoden beschränken sich darauf, das Umfeld zu beschreiben.

Das Interior-Barometer™ geht einen Schritt weiter und untersucht, ob das Umfeld tatsächlich als unterstützend erlebt wird.

Dadurch kann unterschieden werden zwischen:

  • der Gestaltung des Umfeldes
  • dem tatsächlichen Erleben des Umfeldes

Wenn EMS und EWS miteinander verglichen werden

Hier wird das Werkzeug besonders interessant.

Hoher EMS-Wert und hoher EWS-Wert

Beispiel:

  • EMS = 85 Prozent
  • EWS = 82 Prozent

Das materielle Umfeld entspricht den Präferenzen der Person. Gleichzeitig erlebt die Person ein hohes Maß an Unterstützung durch das Umfeld.

Die Analyse weist auf eine starke Übereinstimmung zwischen Person und Umfeld hin.

Hoher EMS-Wert und niedriger EWS-Wert

Beispiel:

  • EMS = 85 Prozent
  • EWS = 35 Prozent

Das Umfeld entspricht den Präferenzen der Person, doch die Person erlebt keine entsprechende Unterstützung.

In solchen Fällen können die Ursachen außerhalb der eigentlichen Innenraumgestaltung liegen, beispielsweise in Arbeitsbelastung, Beziehungen, gesundheitlichen Bedingungen oder anderen Lebensumständen.

Niedriger EMS-Wert und hoher EWS-Wert

Beispiel:

  • EMS = 35 Prozent
  • EWS = 85 Prozent

Das Umfeld entspricht auf den ersten Blick nicht den Präferenzen der Person. Dennoch fühlt sich die Person darin wohl.

Dies kann darauf hinweisen, dass andere Bedingungen die materielle Nichtübereinstimmung ausgleichen.

Niedriger EMS-Wert und niedriger EWS-Wert

Beispiel:

  • EMS = 35 Prozent
  • EWS = 30 Prozent

Hier weisen sowohl die Analyse als auch die persönliche Erfahrung in dieselbe Richtung.

Die Eigenschaften des Umfeldes unterstützen die Präferenzen der Person wahrscheinlich nicht ausreichend. Veränderungen der Innenraumgestaltung können daher eine relevante Untersuchungsmöglichkeit darstellen.

Von der Interpretation zu Daten

Traditionell waren zahlreiche Innenraummodelle und elementbasierte Ansätze stark von Interpretation abhängig.

Das Interior-Barometer™ ergänzt diese Ansätze um eine Datenebene.

Durch die Erfassung von:

  • Person ↔ Umfeld über EMS
  • Person ↔ Erfahrung über EWS

können im Laufe der Zeit folgende Bereiche verglichen werden:

  • Personen
  • Räume
  • Wohnräume
  • Arbeitsplätze
  • Projekte
  • Vorher-Nachher-Messungen

Das materielle Umfeld ist nur eine Ebene

Das Interior-Barometer™ konzentriert sich bewusst auf das materielle Umfeld:

  • Farben
  • Formen
  • Materialien
  • Licht
  • Raumfunktion
  • Möblierung
  • Orientierung

Andere Bedingungen können das Erleben eines Ortes selbstverständlich ebenfalls beeinflussen.

EMS und EWS sollten deshalb nicht als vollständige Erklärung menschlichen Wohlbefindens verstanden werden. Sie dienen als Werkzeuge zur Untersuchung jenes Teils der Erfahrung, der in der Begegnung zwischen dem Menschen und dem materiellen Teil der gebauten Umwelt entsteht.

Ziel ist es nicht, den besten Raum zu finden.

Ziel ist es zu verstehen:

Welches Umfeld unterstützt welche Menschen am besten?

Das Werkzeug basiert auf der Annahme, dass Menschen ihr Umfeld unterschiedlich erleben. Wir fühlen uns von unterschiedlichen Farben, Formen, Materialien und räumlichen Qualitäten angezogen.

Diese biologisch begründeten Präferenzen können für unser Wohlbefinden, unsere Energie, unsere Konzentration und unser Gefühl der Zugehörigkeit von Bedeutung sein.

Praktische Anwendung

Das Interior-Barometer™ kann als eigenständiges Analyseinstrument oder als Bestandteil einer umfassenderen Untersuchung der Beziehung zwischen Menschen, Präferenzen und gebauter Umwelt eingesetzt werden.

Es kann beispielsweise mit anderen auf dieser Seite vorgestellten Werkzeugen kombiniert werden.

Schritt 1: Identifikation der Präferenzen

Die Untersuchung Erkennen Sie Ihr Element? unterstützt die Identifikation spontaner persönlicher Präferenzen für Farben, Formen und Materialien.

Ziel ist es, zu untersuchen, von welchen Umwelteigenschaften sich eine Person unmittelbar am stärksten angezogen fühlt.

Schritt 2: Beobachtung der Erfahrung

Das 14-tägige Selbstbeobachtungsheft untersucht, wie ein konkretes Umfeld über einen längeren Zeitraum erlebt wird.

Dabei werden unter anderem folgende Aspekte erfasst:

  • Konzentration
  • Energie
  • Kreativität
  • Ruhe
  • Wohlbefinden
  • Zugehörigkeit

Ziel ist es, ein Bild von der im Alltag erlebten Bedeutung des Umfeldes zu entwickeln.

Schritt 3: Analyse der Übereinstimmung zwischen Person und Umfeld

Das Interior-Barometer™ wird verwendet, um den Grad der Übereinstimmung zwischen folgenden Bereichen zu analysieren:

  • dem Präferenzprofil der Person
  • den Eigenschaften des Umfeldes

Das Ergebnis wird unter anderem durch folgenden Wert ausgedrückt:

EMS: Environmental Match Score

Dieser Wert beschreibt den Grad der Übereinstimmung zwischen Person und Umfeld.

Gemeinsam mit dem:

EWS: Environmental Wellbeing Score

kann die Analyse dazu beitragen zu untersuchen, wie unterschiedliche Umwelteigenschaften mit Wohlbefinden, Konzentration, Energie und dem Gefühl der Zugehörigkeit zusammenhängen.

In Entwicklung

Das Interior-Barometer™ ist ein Werkzeug, das fortlaufend weiterentwickelt wird.

Langfristiges Ziel ist es, eine breitere Erfahrungsgrundlage über Wohnräume, Arbeitsplätze, Lernumgebungen und andere Arten von Aufenthaltsorten hinweg aufzubauen.

Interessierte Nutzerinnen und Nutzer, Designerinnen und Designer, Architektinnen und Architekten, Beratende und Unternehmen sind deshalb eingeladen, das Werkzeug zu erproben und Erfahrungen, Fallstudien und Rückmeldungen beizutragen.

Blissbode entwickelt praxisbasierte Methoden, die sich in aktiver wissenschaftlicher Weiterentwicklung und Validierung befinden, unter anderem durch das Resonant Living Project™. Die Arbeit ergänzt relevante medizinische, psychologische, geologische, elektromagnetische und bautechnische Beratung, ersetzt diese jedoch nicht.

© Bonna Ravn Thomsen / Blissbode. Die mechanische, fotografische oder elektronische Vervielfältigung dieses Textes oder einzelner Teile bedarf der schriftlichen Zustimmung von Blissbode.